08.10.2008 „Wird eine schwierige Zeit fur Bauindustrie Russlands", FORMAT, October 2008
Veniainin Golubitsky, Immo-Chef von Vekselbeigs Renova-Gruppe, uber die russische Krise.
FORMAT: Herr Golubitsky, die Renova StmyGroup willzwei riesige Stadtteile in Jekaterinburg und Tscheljabinsk mit 38 Milliarden Dollar Volumen entwickeln. Haben Sie angesichts der Finanzkrise keine Probleme, diese zufinanzieren?
Golubitsky: Die Krise trifft natiirlich auch den russischen Im-mobilienmarkt, weil die Kredite fur die meisten teurer werden. Unsere Gruppe hat es aber leichter, weil wir langfristige Kredite haben und das Vertrauen der Banken genieBen. Wir konnen locker noch zwei, drei Jahre leben, ohne Objekte verkaufen zu miissen. Im Gegenteil, wir iiberlegen derzeit sogar, noch ein drittes Projekt in der Dimension der anderen beiden zu be-ginnen. Dazu kann ich aber noch nicht mehr verraten.
FORMAT: Wie finanzieren Sie denn die Projekte?
Golubitsky: Beim Projekt in Jekaterinburg, der Akademia City, gehen wir mit dreiBig Prozent Eigenkapital hinein, 70 Prozent sind Investitionen von auBen, wobei sich auch der Staat beteiligt. Vor allem an der Infrastruktur.
FORMAT: Aber geradejetzt muss es doch auch schwie-riger sein, Investoren zufinden...
Golubitsky: Das merkt man natiirlich schon, dass die Investoren zurtickhaltender sind. Die Psychologie der Investoren hat sich auch verandert. Friiher hatte jeder Angst, wenn der russische Staat an einem Projekt beteiligt war, heute ist es hingegen ein Vorteil.
FORMAT: Die Strabag-Gruppe ist einer Ihrer Partner. Wie lauft die Zusammenarbeit?
Golubitsky: Bestens. Die Strabag ist Generalauftragnehmer bei einem unserer Projekte. Solange Strabag im Stande ist, uns bessere Bedin-gungen als andere zu bieten, werden wir weiterhin mit ih-nen arbeiten. Wenn aber als Ergebnis der Krise andere auftreten, die billiger sind, werden wir weitersehen.
FORMAT: Wie schatzen Sie die kunftige Dynamik der russischen Bauindustrie ein?
Golubitsky: Viele Immobi-lienentwickler revidieren derzeit ihre Projekte. Es wird eine schwierige Zeit fiir die Bauindustrie in Russland und auch fur auslandische Bauunter-nehmen. Strabag hat bereits seine Zementwerke-Expansion auf Eis gelegt.
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